Der schönste Tag im Leben von Braut und Bräutigam soll er werden – und das möglichst nachhaltig.
Nachhaltig im Sinne von für immer und ewig, aber auch im Sinne von ökologisch vertretbar.

Green Wedding heißt der neue Trend, der bei Brautpaaren immer beliebter wird.
Wir haben einige Tipps für Euch gesammelt, wie auch Ihr Eure Traumhochzeit mit grünem Gewissen genießen könnt!

Regionale Hochzeiten punkten ökologisch

Bereits das Hochzeitsdatum und die von Euch gewählte Location haben einen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck Eurer Hochzeitsfeier. Wer kein spezielles Hochzeitsdatum präferiert, kann in der Nebensaison sogar richtig Geld sparen.

Generell gilt: je regionaler, umso besser! Hotel, Standesamt, Kirche, Feierlocation – alles am besten auf kurzen Wegen, wenn nicht sogar zu Fuß erreichbar. So fallen für Euch selber und natürlich auch für einen Großteil Eurer Gäste keine langen Hin- und Rückwege mit Auto oder Flugzeug an.

Gleiches gilt für das benötigte Hochzeitsequipment. Auch hier kann viel CO2 eingespart werden, wenn Ihr Euch für eine gut ausgestattete Feierlocation entscheidet. So muss nicht alles von der Serviette bis zum Mobiliar extra herangeschafft werden und Ihr vermeidet zudem jede Menge Müll in Form von Plastikgeschirr oder Einwegverpackungen.

Darüber hinaus achten viele Brautpaare beim Catering auf regionale und saisonale Speisen und Getränke. Übrig gebliebene Speisen können als kleines Mitternachtsbuffet den Gästen erneut angeboten oder auch z.B. der Tafel gespendet werden.

Apropos Gäste! Brautpaare, die eine Green Wedding planen, sollten auch die Gästeanzahl berücksichtigen. Natürlich sollen alle Liebsten dabei sein, keine Frage! Nichtsdestotrotz bedeutet eine große Party auch einen enormen Energiebedarf.

Nachhaltige Papeterie

Wenn das Datum, die Location und die Gästeanzahl feststehen, folgen als Nächstes die Einladungen.

Die nachhaltigste und einfachste Methode wäre es hierbei, die Einladungskarten digital an Eure Gäste zu verschicken. Dabei spart Ihr Euch das Papier und auch die CO2-ausstoßenden Transporte.

Wenn Ihr es aber doch lieber etwas persönlicher wollt, könnt Ihr Eure Karten auf recyceltem oder ökologischem Papier drucken lassen oder auch selber per Hand schreiben.

Richtig öko wird es mit Einladungskarten aus sogenanntem Samenpapier. Wie der Name schon verrät, werden beim Herstellungsprozess in das recycelte Papier Blumen- oder auch Kräutersamen mit eingearbeitet. So können Eure Gäste die Einladungskarte anschließend einpflanzen, ein echter Knaller!

Die Karten, die nicht unbedingt verschickt werden müssen, könnt ihr persönlich an Eure Liebsten übergeben. Selbstverständlich geht das auch mit den anschließenden Danksagungen.

Tipps für nachhaltige Hochzeitsdeko

Weiter geht es mit der Deko und dem Blumenschmuck. Hier gibt es unendlich viele nachhaltige Möglichkeiten. Gleich vorweg: je saisonaler der Blumenschmuck, umso umweltfreundlicher!

Es muss auch nicht immer ein Gesteck oder Strauß auf den Tischen sein. Eine eingetopfte Blumendeko ist wesentlich langlebiger und kann gleichzeitig als Gastgeschenk von Euren Gästen mit nach Hause genommen werden.

Und auch die sonstige Deko muss nicht zu 100% neu sein. Secondhand-Hochzeitsdekorationen sind momentan ein großer Trend. Natürlich hat jeder seinen eigenen Geschmack, aber vielleicht wart ihr schon einmal auf einer Hochzeitsfeier, bei der Euch die Deko super gefallen hat.
Fragt in jedem Fall in Eurem Bekanntenkreis nach, ob jemand seine Dekoration aufbewahrt hat und sie Euch leihen oder überlassen würde. Auch im Internet gibt es viele kostengünstige Angebote zu Secondhand Deko-Artikeln.

Tischkarten zum Essen

Ein immer wieder strittiger Punkt sind die Tischkarten. Wer hier nach einer grünen Alternative sucht, der kann z.B. die Gästenamen mit Zuckerschrift auf selbstgebackene Plätzchen schreiben.

Neuster Trend: Vintagekleider

Auch bei der Wahl des Hochzeitskleides und des Anzugs könnt Ihr auf Nachhaltigkeit achten.

In vielen Familien ist es Tradition, dass die Braut das Hochzeitskleid Ihrer Mutter anzieht, selbstverständlich der heutigen Mode angepasst.

Viele ehemalige Bräute und Bräutigame bieten zudem ihre einmal getragene Hochzeitskleidung zum Weiterverkauf an. Es gibt ganze Läden, die sich auf Secondhand Brautmode spezialisiert haben.

Wem diese Variante nicht sympathisch ist, der kann sein Brautkleid oder seinen Anzug auch bei einem regionalen Schneider anfertigen lassen, der nachhaltige Materialien verwendet.

Stichwort Tradition: Viele Brautpaare verzichten auf den Neukauf ihrer Eheringe.

Stattdessen lassen sie sich welche aus altem Familienschmuck beim Goldschmied anfertigen.

So sind die Eheringe nicht nur wahre Unikate, sondern haben zudem einen ganz persönlichen und familiären Bezug.

Umweltfreundliche Alternativen zu Luftballons und Co.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Ihr Eure Gäste in Eure grüne Hochzeitsplanung mit einbezieht und sie so für das Thema sensibilisiert. Dadurch könnt Ihr u.a. peinlichen Situationen und unangemessenen Spielen vorbeugen.

Gleiches gilt für die obligatorischen Hochzeitsklassiker wie Reis werfen oder Luftballons steigen lassen. Wer auf diese Hochzeitsklassiker ungerne verzichten möchte, kann auf die folgenden Varianten zurückgreifen:

  • Eine schöne Alternative zum Reis ist das Werfen von getrockneten Blüten. Besonders geeignet dafür sind Wildrosen, die sich selbst kompostieren.
  • Eine weitere Variante ist das Werfen von Konfetti aus abbaubarem Papier. Ganz umweltbewusste Paare stellen ihr Konfetti sogar selber aus Laubblättern her.
  • Immer öfter sieht man auch die nachhaltigen Wedding-Wands. Diese bunten Glücksstäbchen eignen sich perfekt für einen schönen Auszug aus der Kirche oder dem Standesamt. Die Bänder sind beim Hin- und Herschwingen ein echter Hingucker und die daran befestigten Glöckchen untermalen die fröhliche Stimmung.
  • Nach wie vor gern gesehen sind auch Spaliere mit Seifenblasen, tolle Fotos inklusive!
  • Wer auf Luftballons nicht verzichten möchte, kann auf eine Variante aus Naturlatex zurückgreifen. Der enthaltene Kautschuk ist biologisch abbaubar und somit umweltschonender.
    Statt die bunte Pracht im Anschluss an die Trauung in den Himmel steigen zu lassen, könnt Ihr sie zudem mit als Teil Eurer Location-Deko nutzen.

nachhaltig schenken

Auch beim Thema Geschenke könnt Ihr als gutes Beispiel vorangehen. Die meisten Brautpaare sind heutzutage wunschlos glücklich – zumindest im materiellen Sinne. Das macht es natürlich für die geladenen Gäste noch schwerer, das passende Hochzeitsgeschenk für die Frischvermählten zu finden.

Darum sind viele Paare einer Green Wedding dazu übergegangen, sich z.B. eine Spende für ein ausgewähltes Klimaschutzprojekt oder eine gemeinnützige Organisation vor Ort zu wünschen. Andere haben sich eine Patenschaft für eine bedrohte Tierart oder ein Stück Regenwald schenken lassen.

Solltet Ihr also keine gegenständlichen Wünsche wie Kristall, Mixer und Co. haben, gibt es bestimmt einige Projekte in Eurer Umgebung, die sich über eine derartige Zuwendung freuen würden.